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Begriff

Jump-and-reach-Test

Jump-and-reach-Test („Sprung und Greif (Reichweite)-Test“), Standhochsprung, bei dem die vertikale Sprungkraft als Entfernung zwischen dem Anschlag im Stand (→Reichhöhe) und nach dem Sprung gemessen wird (Differenzsprung). Die Fehlerbreite ist zwar größer als beim Messen der Sprunghöhe mit Kontaktmatten, der Test ist aber mit einem Stück Kreide und einem Bandmaß überall durchführbar. Trotzdem können mit dem konventionellen Jump-and-Reach-Test Beinkraft und Leistung in anaeroben Sportarten exakt bestimmt werden (Shetty, 2002). Er wird besonders bei sprungintensiven Sportarten (Basketball, Volleyball) angewendet. Dort zeigte er eine gute ökologische Validität in Situationen, in denen das Erreichen der Höhe während der Flugphase leistungskritisch ist, aber nur eine begrenzte Genauigkeit bei der Beurteilung der vertikalen Impulsproduktion mit unterschiedlichen Sprungtechniken und -bedingungen (Menzel et al. 2010). Bei Wasserspringern spiegelte der Test die Sprungfähigkeit vom Sprungbrett wider (Fornasiero et al. 1998).

Testausführung (Video): https://www.youtube.com/watch?v=oJUHSv20Ayg und www.sportunterricht.de

Jump-and-reach-Test
Tabelle zur Bewertung des Jump- and-reach-Tests bei Kindern (Beck & Bös, 1995) Basis: n = 26232

 

Exkurs: „Kräfte sind in Newton und nicht in Zentimetern zu messen. Allein schon deshalb können Sprunghöhen in Zentimetern nicht einfach in Sprungkräfte umgerechnet oder auf diese geschlossen werden. Die vertikale Sprungkraft ist physikalisch eine Banalität, sportmotorisch jedoch ein abstraktes Konstrukt, das dann zur Fata Morgana wird, wenn man sie, wie hier gezeigt, messen will. Sie kann eben nur mit großem Vorbehalt aus der Sprunghöhe abgeschätzt werden. Stets ist als wesentliche Einflussgröße auch die motorische Komponente zu berücksichtigen und selbst beide zusammen dürften noch nicht hinreichend für das Testergebnis sein; man denke nur an den Einfluss der Motivation“. (Ulmer & Gabriel, 1998).

 

 

 

 

Quellen

  • Beck & Bös (1995). Normwerte motorischer Leistungsfähigkeit. Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 5, Köln: Sport und Buch Strauß. Zur Quelle
  • Fornasiero, Stanish, Baker, Daley, Foley, Logan & Martin (1998). Jump performance in junior divers: Relationship between field and laboratory measurements. Australian Conference of Science and Medicine in Sport, Adelaide Convention Centre, Adelaide 13-16 October 1998 Zur Quelle
  • Menzel, Chagas, Szmuchrowski, Araujo, Campos & Giannetti (2010). Usefulness of the Jump-and-Reach Test in assessment of vertical jump performance. Perceptual and Motor Skills (110)1, 150-158 Zur Quelle
  • Shetty, A. B. (2002). Estimation of leg power: A two-variable model. Sports Biomechanics. Edinburgh 1 (2002) 2, S. 147-155, Zur Quelle
  • Ulmer & Gabriel (1998). Testspezifität bei der Motodiagnostik - Ein kritischer Vergleich von ABALAKOW- und Jump-and-reach-Test. Vortrag Sportkongress 3.-8.09.98 in Magdeburg (http://www.sport.uni-mainz.de/physio/pdffiles/mdiagn98.pdf - Zugriff 26.10.2019) Zur Quelle

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Überarbeitet am 1. Juni 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Jump-and-reach-Test. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/jump-and-reach-test/ (abgerufen am 6. November 2026).