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Begriff

Schmerz

Schmerz (pain), komplexe Sinnesempfindung, die von verschiedenen Reizen mit so hoher Intensität ausgelöst werden kann, dass z.B. betroffenes Gewebe zumindest vorübergehend geschädigt wird. Es ist ein sehr komplexes Geschehen, so können Schmerzen in bestimmten Situationen (unter Schockzustand) nicht wahrgenommen werden, in anderen Situationen eingebildet (Phantomschmerz) sein. Schmerz ist demnach das, was der Mensch als solches empfindet.

Im Sport wird Schmerz häufig mit Verletzungen in Verbindung gebracht. Sport kann Schmerzen auslösen, aber auch reduzieren. Es gibt aber auch noch den „guten Schmerz“, der mit Lustgewinn und dem Gefühl von Selbstbewusstsein einhergeht („no pain – no gain“). Der Reiz dazu ist Wesensmerkmal des Leistungssports: Grenzen auszuloten (Moegling, 2006). Oder Perversion? („Redbull-Artisten“)

Wenn der Sportler sein aktuelles Adaptionspotential erreicht oder überschritten hat, dann verhindern Schmerzsignale eine Überbelastung, die individuell unterschiedlich eintritt (→Belastbarkeit). Schwimmen verläuft im Verhältnis zu anderen Sportarten noch relativ „schmerzfrei“ (in der Fußball-Bundesliga sind während einer Saison 25% der Spieler arbeitsunfähig). In die Therapie sollten Trainer und Physiotherapeut eingebunden werden. Wegen der Dopingproblematik und bei weiterlaufendem (Aufbau-)Training sollten Medikamente möglichst vermieden werden. →Schmerzmittel

 

 „Schmerz ist ein Hilfeschrei des Körpers und/oder der Seele.“ Helga Schäferling (*1957), deutsche Sozialpädagogin

Exkurs: Junge Sportler werden bereits recht früh in eine „Kultur des Schmerzes“ hineinsozialisiert. Sie lernen sehr früh, wie man im Spitzensport mit Schmerzen umgehen müsse, nämlich sie zunächst zu ertragen. Das kann aber auch zu einem Risikofaktor für die Sportler werden, beispielsweise, wenn sie massive Beschwerden verheimlichen. Wenn dann auch noch für den Trainer Schmerz als Zustand erst dann negativ relevant wird, wenn er leistungsmindernd ist, dann ist das ein großes Risiko. Deshalb ist ein offenes Klima anzustreben, das dem Athleten erlaubt, über Schmerzen und psychische Beschwerden zu sprechen. (Interview des Deutschlandfunks mit Ansgar Thiel/Uni Tübingen am 28.06.2014)

 

 

Mehr zum Thema

Quellen

  • Moegling, K. (Hrsg.) (2006). Über die Grenzen des Körpers hinaus. Überforderungen, Verletzungen und Schmerz im Leistungssport. Immenhausen 2006 Zur Quelle

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Überarbeitet am 24. Juli 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Schmerz. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/schmerz/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).