Sündenbocktheorie

22. Juli 2017 S 0

 

Sündenbocktheorie (Scapegoat theory), Modell aus der Psychologie, wonach Frust abgebaut wird, indem man den „Schwarzen Peter“ weitergibt. Man sucht die Schuld nicht bei sich selbst, sondern macht andere zum Sündenbock, in der Gesellschaft Fremdgruppen (z.B. Migranten, Juden im Faschismus) oder soziale Randgruppen. Ein gängiges Modell rechter Gruppen, zumal man sich der Mühe unterzieht, die wirklichen Ursachen einer Erscheinung aufzudecken. Heutzutage reichen gefälschte Nachrichten („Fake news“).

 

Im →Leistungssport ist der Sündenbockmechanismus die Basis permanenten Trainerwechsels in der Bundesliga. Andererseits versuchen leitende →Trainer bei Misserfolgen, die Sündenböcke in der Mannschaft oder aus Sicht des →Bundestrainers bei anderen Trainern zu sehen. Wenn ein Trainer offen und ehrlich zu seinen Fehlern steht, dann vermeidet er echte Konflikte in/mit der →Mannschaft und stärkt letztlich seine Autorität. Problematisch, aber nicht selten ist, wenn sich ein Trainer auf einen bestimmten Sportler „einschießt“ und ihn so auf Dauer zum „Sündenbock“ stempelt. Die Sportler empfinden das als ungerecht und solidarisieren sich mit dem Gescholtenen. Der →Konflikt ist geboren. Unbedingt sollte in solchen Situationen auseinandergehalten werden, ob die „Angriffe“ persönlich oder sachlich begründet sind und entsprechend reagiert werden (Baumann, 2006, S. 328)

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.