Algorithmus

15. März 2017 A 0

Algorithmus (algorithm), lat. algorithmus  für „geregelte Prozeduren“; zunächst Berechnungsverfahren für ein mathematisches Problem, dann als zentraler Begriff von der Informatik übernommen beherrschen Algorithmen immer mehr unser Leben. Vereinfacht sind es Handlungsvorschriften in den verschiedensten Bereichen, in denen die einzelnen Schritte festgelegt sind und deren Reihenfolge zwingend erforderlich ist, um eine Aufgabe zu lösen (was jeder weiß, der einen IKEA -Schrank montiert hat).

Beispiele im Leistungssport: Besonders die Biomechanik bedient sich der Algorithmen. So können mit der Anwendung genetischer Algorithmen auf vorhandene Modelle  Bewegungen von Mehrkörpersystemen optimiert werden (Hildebrand 2010). Die Sportmedizin legt die Genesungsschritte nach Verletzungen in Form von Algorithmen fest. In der Trainingsmethodik werden z.B. genetische-Algorithmen für personalisiertes Krafttraining (Suraci et al.; Jones et al. 2016) oder zur Bestimmung der Leistungsstruktur (Kozina et al. 2017) und Trainingssteuerung (Jaitner, 2011) angeboten. Ungerechts et al. (1999) präsentieren drei unterschiedliche Algorithmen zur Berechnung des Schubs aus Wirbelströmungsmustern, die für verschiedene Konzepte der Drehmomenterzeugung bzw. -übertragung anwendbar sind. Sie konnten aber nicht klären, ob einer davon für das Schwimmen zu verwenden ist.

Exkurs: So werden auch sportliche Bewegungstechniken nach bestimmten Lernalgorithmen vermittelt (→Lernschrittfolge). Bei den inzwischen beliebten Smartphone-Apps zu Gesundheitsthemen ist ein Algorithmus der „Trainer“. Das individuelle Eingehen auf den Sportler, wird trotz zunehmender Verbesserung der Software zur Profilierung der Sixpacks, Trainern aus Fleisch und Blut vorbehalten bleiben, vor allem im Leistungssport. Denn „Algorithmen sind weder moralisch noch intelligent, noch sozial. Sie behaupten etwa für die Vorlieben eines Menschen einen Determinismus, den es im sozialen Leben nicht gibt.“ (Jürgen Kurt, FAZ vom 5.06.2010, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/herrschaft-der-algorithmen-die-welt-bleibt-unberechenbar-1996485-p3.html)

„Auch ein Fortschritt: gestern wurde man von Menschen abgestempelt, heute: von Algorithmen.“ W. Meister in „die Kunstfechter“


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