Dehnfähigkeit

27. März 2017 D 0

Dehnfähigkeit (stretchability; stretching capacity), anatomische Grundlage der Beweglichkeit, die elastischen Eigenschaften von Faszien, Bänder, Muskeln, Sehnen oder Gelenkkapsel. Muskeln sollen nach Martin et al. (1991, S.222) um 150-200 % über ihre Ausgangslänge gedehnt werden können; Sehnen nur 5 %. Diese Angaben werden aber widersprüchlich diskutiert, besonders was die Aktivität der Filamente betrifft. Danach trägt Titin zur Muskelspannung bei. Hypertrophierte Muskulatur enthält mehr Titin und Nebulin und ist deshalb vermindert dehnfähig (Hottenrott & Neumann, 2010, S. 190).

Diese Erkenntnisse sollten Schwimmer besonders in Phasen verstärkten Krafttrainings beachten, da darunter die Technik des Schwimmens leiten kann, wenn man nicht mit Dehnübungen gegensteuert.  Bedeutsamer für die Dehnfähigkeit ist wohl der Dehnungswiderstand der bindegewebigen Bestandteile. Diese begrenzen die Beweglichkeit von 10% (Bänder) bis zu 47% (Sehnen) (Alter, 1996, S.58). Der gedehnte Muskel geht immer wieder in seine Ausgangslage zurück. Eine Muskelverlängerung durch Dehnen, wie oft angenommen, ist also nicht möglich. Der Gewinn an Dehnfähigkeit ist nicht primär durch ein Absinken der Muskelspannung oder eine Zunahme der Muskellänge, sondern durch einen Anstieg der Dehnbelastungsfähigkeit zu erklären ist, d.h., durch Dehnen wird die Fähigkeit, hohe Dehnbelastungen zu ertragen, verbessert (Klee & Wiemann 2012).  →Dehnung.

 

Mehr zum Thema: http://symptomat.de/Dehnf%C3%A4higkeit

 


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