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Begriff

Bewegungsbeobachtung

Bewegungsbeobachtung (movement observation), planmäßige und systematische Wahrnehmung sportlicher Bewegungen als einfachste Kontrollmethode in der technischen Ausbildung. Sie ist das erste Element der Handlungskette des Trainers im Techniktraining (s. Abb.) und  aus dem tagtäglichen Training nicht wegzudenken. Bewegungsbeobachtung ist veranlagt (→Bewegungssehen), kann aber auch durch eigene Bewegungserfahrung und Kenntnisse über die Technik geformt werden. Dabei sollte sich der Trainer auf wenige Beobachtungsschwerpunkte, auf das „Was“ und „Wie“ konzentrieren. Solche äußerlichen Bewegungsmerkmale sind: Phasenstruktur, Umfang, Tempo, Stärke, Rhythmus, Kopplung, Fluss, Präzision und Konstanz. →Bewegungsvorstellung

Beispiel: Es überrascht immer wieder, wenn ein Trainer einem Wasserspringer nach einem Sprung von etwa einer Sekunde fünf Minuten erklärt, was da alles richtig und falsch abgelaufen ist. Im Schwimmen ist es bei den azyklischen Bewegungen (Start/Wende) nicht viel anders.

Bewegungsbeobachtung
Modell einer Handlungskette im Techniktraining (nach Martin et al. 1999, S. 318)

Hinweise für die Trainingspraxis (nach Meinel & Schnabel, 2007, S- 381/382):

  • beziehe in die Beobachtung räumliche, zeitliche und dynamische Merkmale ein (Phasenstruktur),
  • verbessere durch wiederholte Beobachtung (Langfristigkeit) die Objektivität,
  • eigenes Bewegungskönnen erleichtert den inneren Mitvollzug fremder Bewegungen,
  • je mehr biomechanisches und physiologisches Wissen vorliegt, umso  gezielter die Beobachtung und tiefgründiger die Analyse,
  • Leitbilder helfen Dir beim schnellen Soll-Ist-Vergleich,
  • mache Technikknotenpunkte zu Beobachtungsschwerpunkten (z.B. Folge Wasserlage→ Arme→Beine→Atmung→Gesamtkoordination),
  • nutze Aufzeichnungstechnik (u.a. Video), Fehlerkataloge im Nachwuchsbereich usw.
  • beziehe verhaltenspsychologische Merkmale in die Beobachtung ein,
  • verbessere ständig Deine Beobachtungs- und Beurteilungskompetenz durch Fortbildung.

Mehr zum Thema

  • LiteraturMeinel, Schnabel & Krug (2007). Bewegungslehre-Sportmotorik. Aachen: Meyer, S. 376-382 Zur Quelle

Quellen

  • Martin, Nicolaus, Ostrowski & Rost (1999). Handbuch Kinder- und Jugendtraining. Schorndorf: Hofmann Zur Quelle
  • Meinel, Schnabel & Krug (2007). Bewegungslehre-Sportmotorik. Aachen: Meyer Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • Wahrnehmung„Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem eigenen Körper“ (Psych.
  • BewegungAls Daseinsweise der Materie in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen im allgemeinen …
  • KontrollmethodeSystematisierte Vorgehensweisen bei betriebswirtschaftlichen …
  • TechniktrainingTraining zum Erlernen, Stabilisieren oder Verändern (Überlernen) der …
  • BewegungssehenVisuelle Wahrnehmung einer Bewegung …
  • BewegungserfahrungIm Bewegungsgedächtnis gespeicherte Informationen über bisher …
  • Bewegungsmerkmaläußeres und somit dem Trainer unmittelbar zugängliches …
  • PhasenstrukturBewegungsstruktur
  • Beobachtung„Wissenschaftliche Beobachtung ist eine geplante und kontrollierte Aufzeichnung …
  • BildmischungZusammenführen unterschiedlicher bildlich erfasster Bewegungsausführungen in …
  • DiagnosemethodenGriech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“ …
  • RepräsentationLat. repraesentatio „Darstellung“ …
Überarbeitet am 22. März 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Bewegungsbeobachtung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bewegungsbeobachtung/ (abgerufen am 6. November 2026).