Lehrverfahren, induktives

13. März 2020 L 0

Lehrverfahren, induktives (teaching procedure, inductive), lat. inducere „herbeiführen, veranlassen, einführen“; übertragen „schülerzentriert“:  Lehrmaßnahme, die von der Bewegungsaufgabe ausgeht und versucht, das selbstständige und „selbstentdeckende“ Suchen des Sportlers nach Lösungen für die Bewegungsaufgabe zu aktivieren (Wiemeyer, 2003). Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ ist das induktive Lehrverfahren im Gegensatz zum deduktiven Lehrverfahren nicht normgeleitet, sondern normsuchend. Dabei werden folgende Schritte empfohlen:

Das induktive Lehrverfahren als Weg vom Einzelnen und Besonderen zum Allgemeinen hat den Vorteil, dass der Sportler den Prozess der Verallgemeinerung selbst vollzieht und daher besser einprägt. Der Trainer beobachtet über Feedback die Lernfortschritte und korrigiert gegebenenfalls, um das Erlernen falscher Bewegungsmuster zu verhindern. Das erfordert aber zumeist mehr Zeit als beim deduktiven Vorgehen. Besonders während der Anfängerausbildung („Wassergewöhnung„) eignet sich das induktive Lehren. Mit dem Erlernen der Grundfertigkeiten des Schwimmens und vor allem mit Beginn des Trainings wird zunehmend der „geschlossene“ (deduktive) Lehrweg empfohlen, da „die Aufgaben konkreter werden, sodass sich die Anzahl der möglichen individuellen Lösungen reduziert und sich die Bewegungsausführungen unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen und motorischen Voraussetzungen dem optimalen Bewegungsleitbild immer weiter nähern“ (Beise et al. 2019, S.21).

Beispiel: Üben vielfältiger Formen der Drehung und Abstöße im Wasser; selbstständiges Erarbeiten der Wende

 

Mehr zum Thema: https://www.knsu.de/index.php?option=com_knsu&view=article&id=45 (Zugriff am02.03.2020)


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