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Begriff

Proteinumsatz

Proteinumsatz (protein turnover), Synthese wie Abbau von Proteinen; Die Anpassung an sportliche Belastungen (→Adaptation) erfolgt auf zellulärer Ebene (Zelle), dabei reguliert sich die Zellmasse über den Abbau (→Katabolismus) und Aufbau (→Anabolismus) von Proteinen, die sich zumeist die Waage halten (Fließgleichgewicht). Die normale Proteinumsatzrate beträgt bei einem normalgewichtigen (70 kg) Menschen etwa 4g/kg täglich. Folglich müssen zum Erhalt des Gleichgewichtszustandes täglich 3-6% der Proteinmasse erneuert werden. Unter normalen Umständen wird dieser Bedarf als nicht funktionsbedingter Proteinumsatz mit der Nahrung gedeckt. Körperliche Belastung führt aber zu einer funktionsbedingten Steigerung der Proteinumsatzrate, d.h. der Abbau kann bis auf 15%/24h erhöht werden. Um das Gleichgewicht zu halten, muss dann durch gesteigerte Proteinsynthese eine größere Menge funktionsnotwendiger Proteine aufgebaut werden. Das wird durch die Neusynthese von Funktionsproteinen, aber auch durch eine höhere Ausnutzung der Anpassungsreserve ermöglicht. →Proteinsyntheserate

Sind diese Mechanismen z.B. unter den im Hochleistungstraining üblichen Belastungen weitgehend ausgeschöpft, dann stagniert die Leistungsentwicklung. Mangelt es zudem noch an Erholungsphasen (Pause, Regeneration, Belastungsdichte), dann ist ein Übertraining vorprogrammiert. Spätestens dann wird dem Trainer vor Augen geführt, dass „viel nicht immer viel hilft“. Ein erhöhter Proteinabbau ist durch Bestimmung des Serumharnstoffs (→Harnstoff) abschätzbar, die zum elementaren Bestandteil von Hochbelastungsphasen zählen sollten (→Höhentraining), Dabei ist zu beachten, dass ein bestimmter Grenzwert nicht überschritten wird, da das überschüssige Eiweiß Fettzunahme und Überlastung der Nieren hervorrufen kann (Morton et al. 2018).

Obwohl noch nicht alle Mechanismen der Anpassung an Trainingsreize (Anpassungsstufen) geklärt sind, bezieht sich vor allem die Sportphysiologie auf das Erklärungsmodell von Mader (1990), dabei sei daran erinnert, dass wir uns im Ausdauersport nicht mit den Problemen der Bodybuilder beladen müssen, bei denen der Aufbau von Muskelmasse um jeden Preis im Vordergrund steht (deshalb Vorsicht bei diversen Internet-Beratern).

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Quellen

  • Morton, Murphy, McKellar, Schoenfeld, Henselmans, Helms, Aragon, Devries, Banfield & Krieger (2018). A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British journal of sports medicine, 52 (6), Zur Quelle

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Überarbeitet am 24. März 2022Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Proteinumsatz. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/proteinumsatz/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).