Koordinationsindex

12. Dezember 2019 K 0

Koordinationsindex (IdC) (coordination index), von Cholett et al. (2000) entwickelter Index zur Quantifizierung der Armkoordination im Kraulschwimmen, um Lücken (negative IdC) und Überlappungen (positive IdC) im Armantrieb zu messen. Der IdC steigt mit dem Leistungsniveau an und steht damit in Beziehung zur Schwimmgeschwindigkeit. Einen maßgeblichen Anteil hat dabei die Überlappung der Vortriebsphasen („Superposition“). Die IdC ist somit nicht nur ein Index zur Charakterisierung eines gegebenen Koordinationsmusters, sondern misst auch die zeitliche Koordination. Quantifiziert wurden drei mögliche Koordinationsmodi: Opposition (kontinuierlicher Antrieb beider Arme), Catch-up (Trägheitsverzögerung zwischen beiden Armantrieben) und Superposition (Überlappen der beiden Armantriebe). →Front-Quadrant-Schwimmen,Hand über Hand-Schwimmen
Da der Berechnung komplizierte Messungen (Videoanalysen) zugrunde liegen, bleibt die Methode wissenschaftlichen Untersuchungen vorbehalten, wird aber von vielen Biomechanikern genutzt.

Exkurs: Die Armkoordination kann nicht ausschließlich aus dem Koordinationswert-Index interpretiert werden, sondern sollte aus der Perspektive von Variablen für die Aufgaben-, Umwelt- und organismische Abhängigkeit betrachtet werden (Seifert et al. 2007). So schwammen einige Sportlerinnen mit der „Opposition“ (z. B. Hannah Stockbauer, Kate Ziegler), aber die Mehrheit (z. B. Janet Evans, Brooke Bennett, Laure Manaudou) mit der „Superposition“. Auch Inge De Bruijns Armkoordination war in ihren Rennen von 50 und 100 m deutlich überlagert. Zudem gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Strecken (z.B. von 400m zu 100m) bei gleichen Schwimmern (z.B. Thorpe).

 

 

 

 


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