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Begriff

Paddelübungen

Paddelübungen (Sculling), an- und auftriebswirksame Armbewegung im Wasser (→Auftrieb) durch die optimale Anstellung der Handflächen. Das Skullen ist beim Schwimmen eine grundlegende Vortriebsaktion mit vier Handbewegungen: Outweep (auswärts), Supination, Insweep (einwärts) und Pronation (Arelano et al. 2014). Bei der Skulling-Bewegung „erzeugt ein geübter Schwimmer große instationäre Strömungskräfte, wenn der Leitkantenwirbel auf der Dorsalseite der Hand auftritt und die Nachlauferfassung auf der Handflächenseite erfolgt“ (Shimojo et al. 2014).

Paddelübungen sind ein Element der Grundfertigkeit „Fortbewegen im Wasser“. Sie verbessern das Wassergefühl und sollten bis in das Hochleistungstraining Bestandteil der Technikübungen sein. Der Anfänger erlernt die Paddelübungen erst im brusthohen Wasser, später wird sie in allen Variationen geübt bis zur Vollendung (z. B. Paddeln der Synchronschwimmerinnen). Entsprechend der Aktionen der Arme und Beine wird zwischen Auswärts-, Abwärts-, Einwärts- und Rückwärtsskull unterschieden (→ Skullen). Ergebnisse von Studien deuten darauf hin, dass die Schwimmgeschwindigkeit durch Vermeidung übermäßiger Skulling-Bewegungen und durch leichte Spreizung der Finger erhöht werden kann (van Houwelingen et al. 2017; Maglischo 2013).
Reischle (2000) unterscheidet unspezifische (nicht an den Schwimmarten orientiert) und technikadäquate Skullübungen (S. 71/72).

Exkurs: Einer meiner ehemaligen Trainer war Olympiateilnehmer 1936 und nahm noch mit 70 Jahren an Weltmeisterschaften teil. Er war eigentlich (für Schwimmer untypisch) nicht groß. In Rückenlage konnte er mit Paddelbewegung bei nach hinten gestreckten Arme abgehen „wie eine Rakete“. Wasserlage und Wassergefühl waren seine Stärken. Man muss es eben können. Der taktile und kinästhetische Erfahrungsschatz der Schwimmer schwankt individuell. Hinzu kommen unterschiedliche Berechnungen des Anstellwinkels der Hand (Gomes et al. 2010), was die teilweise widersprüchlichen Forschungsergebnisse erklärt.

Mehr zum Thema

Quellen

  • Arelano, Lopez-Contreras, de la Fuenta, Morales, Taladriz & Gomes (2014). Effect of sculling propulsion on body kinematics in displacement. XIIth International Symposium for Biomechanics and Medicine in Swimming, 74-79 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/bms/12_74-79_Arellano.pdf) Zur Quelle
  • Gomes, Melo, La Torre & Loss (2010). Comparison of combinations of vectors to define the plane of the hand in order to calculate the attack angle during the sculling motion. Biomechanics and Medicine in Swimming XI, 86-88 Zur Quelle
  • Reischle, K. (2000). Schwimmen – Bewegungen lernen, Trainieren, Spielen. Frankfurt/M: Diesterweg/Sauerländer Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • AuftriebPsychologisch für Aktivität, Schwung.
  • VortriebIn der Physik eine Kraft der Antriebstechnik …
  • SupinationLat. supinitas = „zurückgebogene Stellung“ …
  • PronationLat. pronare - verbeuen, bücken; Drehung von Hand oder Fuß bei gleichzeitigem Heben …
  • dorsalLat. dorsum „Rücken“; nach hinten, zum Rücken (auch Hand- oder Fußrücken) zu gelegen …
  • GrundfertigkeitenAllgemein die in einer Kultur von Familie …
  • WassergefühlAuch Wasserbewegungsgefühl (Staub et al.
  • Hochleistungstraining (HLT)Letzte Etappe im langfristigen Leistungsaufbau nach …
  • SkullenRudern, paddeln; Skull ist ein Vortriebsmittel im Rudern.
Überarbeitet am 4. März 2021Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2021). Paddelübungen. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/paddeluebungen/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).