Phosphagen-Speicher

30. September 2021 P 0

Phosphagen-Speicher (phosphagen depot), Energiespeicher bestehend aus Adenosintriphosphat (ATP) als kleinerer und Kreatinphosphat (KP) als größerer, jederzeit verfügbarer Speicher für energiereiche Phosphatverbindungen im Muskel. Ihre Energiemenge reicht etwa für 20 maximale Muskelkontraktionen aus und muss dann resynthetisiert werden (Graf & Höher, 2009, S.183). Das phosphagene System ist in den Typ II Muskelfasern stärker ausgeprägt als in den Typ I Fasern. Davon zeugt auch der höhere Anteil von schnellkontrahierenden Fasern (TypII) bei Sprintern.

Beim Schwimmen wird Stoffwechselenergie des Schwimmers in mechanische Leistung mit einem bestimmten energetischen Wirkungsgrad umgewandelt. Dabei wird der größte Teil zur Überwindung des Wasserwiderstands verwendet, wobei der Energieaufwand theoretisch mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit steigt. Diese Energie wird durch die Summe der sofortigen (Phosphagen), kurzfristigen (anaerobe Glykolyse) und langfristigen (oxidative Phosphorilation oder aerob) Energiebereitstellungssysteme erzeugt (Pyne 2004; Rodriguez & Mader, 2012).

Aus Studien (2015-2021): Eine Kreatin-Supplementierung erhöht die intramuskuläre Kreatinkonzentration und begünstigt damit das Energiesystem der Phosphagene (u.a. Szczesna-Kaczmarek 2016) . So ist die Intensität der anfänglichen Arbeit von der Leistung und der Geschwindigkeit des Phosphagen- und Laktazidsystems abhängig (Kolumbet et al. 2018). Eine Verbesserung des Weltrekordes im 100m-Lauf ist folglich auch stark von den Phosphagenergiespeichern abhängig (Richmond 2012). Dabei ist der Mehrfachsprinttest (MST) gut geeignet, um direkt die Effizienz des Phosphagensystems und indirekt die Effizienz der MaxVO2-Erholungsfähigkeit zwischen den Sprints zu ermitteln (Akif Ziyagil & Türkmen (2017). Die Erholung sollte passive erfolgen, wenn das Ziel die schnellste Resynthese von PCr und ATP ist, aber aktiv um das angesammelte Laktat so schnell wie möglich abzubauen (Wolanski et al. 2016). Sprinttraining (zwei Sätze mit 5-6 Wiederholungen von 15-30 m langen linearen Sprints mit 25-60 s Erholungszeit und 3 Minuten Pause zwischen den Sätzen, 2 bis 3 Mal pro Woche über einen Zeitraum von sechs Wochen) erhöhte die akute und chronische Phosphagenverfügbarkeit durch größere Myokinaseaktivität (Laakso, 2020). Supplementierung von Kreatin beeinflusst aber die sportliche Leistung unterschiedlich. So zeigte eine Metaanalyse keine positiven Auswirkungen bei Leistungstests des aeroben– als auch Phosphagenstoffwechsels (Kraft-, Einzelsprung-, Einzelsprint- und Beweglichkeitstests), jedoch positive Auswirkungen bei anaeroben Leistungstests (Mielgo-Ayuso et al. 2019).


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.