Self-Tracking

19. Juli 2017 S 0

 Self-Tracking („Selbstvermessung“ oder „Das vermessene Ich“), beim Self-Tracking wird der eigene Körper zur Datenquelle, indem solche Werte wie Puls, Schrittzahl, Kalorienverbrauch bis zu Schlafverhalten durch Kleingeräte (Wearables) erfasst, an Smartphone, Laptop oder PC übertragen und mit speziellen Apps (Self-Tracking-Programms) ausgewertet werden. Krankenkassen werben damit, dass durch Self-Tracking. die Gesundheit gefördert und Krankheiten vorgebeugt werde. Andererseits besteht die Gefahr, dass sich die Nutzer auf Kosten des Körpergefühls und der Selbsteinschätzung immer mehr ausschließlich auf Zahlen orientieren („Zahlensekte“) und zugleich für Krankenkassen, Firmen bis zu Kriminellen (Bewegungsprofile) „gläsern“ werden, zumal wenn die Daten auch noch in das Internet (Clouds) gestellt werden. Es sollte auch bedacht werden, dass bei einer Krankheit meist viele verschiedene Faktoren zusammenfließen, auch solche, die beim Self-Tracking nicht erfasst werden. Fehldiagnosen bis zur Hysterie sind vorprogrammiert. Ein differenzierterer Umgang mit Wearable Technologien ist wünschenswert, man hat die Wahl zwischen Fluch und Segen.

 

Exkurs: Eine Studie der Stanford-Universität ergab, wer ständig im Büro unterwegs ist, tut mehr für seine Gesundheit als jene, die tagsüber lange sitzen und danach ihr Fitness-Programm abarbeiten. Zudem konnten die Teilnehmer schlecht einschätzen, wie viel sie sich wirklich bewegt hatten. Der zahlenhörige Optimierungswahn ersetzt das Bauchgefühl. (Schmundt, H.: Falsch vermessen, SPIEGEL 3/17, S.107)


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